Wegen Quotenregelung: Anton Hofreiter will Frau werden

Kleinere Anpassungen sollen den Fraktionschef zum Spitzenkandidaten machen

Berlin – Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter plant einen mutigen Schritt, um für mehr Gender-Gerechtigkeit bei der Wahl der Doppelspitze zu sorgen. Die Parteisatzung sieht vor, dass höchstens ein Mann und mindestens eine Frau Teil der Doppelspitze der Partei sein darf. Weil sich mit Katrin Göring-Eckhardt nur eine Frau zur Wahl stellt, mit Cem Özdemir und Robert Habeck aber zwei weitere grüne Männer um die verbliebene zweite Position konkurrieren, möchte der für seinen prächtigen Haarschopf geachtete Hofreiter nun sein soziales Geschlecht ändern. „Es geht mir dabei nicht um die Karriere, sondern ausschließlich darum, ein politisches Zeichen zu setzen“, so der bayrische Pralinenliebhaber.

Noch ist unklar, wie dieser progressive Akt der Geschlechterüberwindung von der bisher als gesetzt geltenden Frau, Karin Göring-Eckhardt, aufgenommen wird. Auf Befremden stieß die Ankündigung jedenfalls bei der Vorsitzenden der grünen Frauen-Arbeitsgruppe, Annegret Trebel-Schwemmelgarn. Sie begrüße zwar grundsätzlich die Wahlfreiheit des Geschlechtes, halte eine Umgehung der Frauenquote jedoch für unerträglich und für unvereinbar mit den grünen Werten.

Weltweit bekannt für ihren guten Geschmack: Claudia Roth

Unterdessen will Hofreiter den Hardlinern in der Partei entgegen kommen und in Zukunft bei Optik, Mimik und Gestik deutlich weniger maskulin auftreten. So soll die Altmeisterin grüner Damenmode Claudia Roth dem*r jungen Bayer*in künftig in Fragen der Genderfluidität zur Seite stehen und ihre bunte Garderobe zur Verfügung stellen. Vielleicht sollten sich jedoch die Grünen auch einmal fragen, ob das binäre Geschlechterverständnis der Quotenregelung heute überhaupt noch zeitgemäß ist.