Deutschland muss alles geben

Wer, wenn nicht wir?

New York – Vertreter der Herero und Nama aus Namibia haben eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht. Der Vorwurf lautet Völkermord an über 100.000 Stammesangehörigen vor 100 Jahren, als das Land unter deutscher Kolonialherrschaft stand. Noch lehnt die Bundesregierung die geforderte Schadensersatzzahlung ab und verhandelt stattdessen mit Vertretern der namibischen Regierung über einen Strukturfond für das Land.

Noch heute leidet die italienische Wirtschaft darunter: die Plünderung Roms durch die germanischen Vandalen im Jahre 410 sitzt bei vielen Römern noch tief im Gedächtnis

Sollte die Klage aus Namibia Erfolg haben, erwarten Experten eine Flut weiterer Reparationsforderungen für vorgeworfene Verbrechen aus der Kolonialzeit, etwa die Massaker während des Maji-Maji-Aufstandes im heutigen Tansania sowie in Togo, Kamerun und in der Südsee. Doch auch weiter zurückliegende, aber längst nicht vergessene Gewalttaten wie die Plünderung Roms durch verschiedene germanische Stämme sowie die Überfälle der Angeln und Sachsen in Großbritannien würden wieder brandaktuell.

Es ist Zeit, dass die Nachfahren der Verantwortlichen von vorgestern endlich Verantwortung übernehmen. Deutschland hatte Glück und ist heute ein reiches Land, während ehemalige Kolonialländer wie Namibia selbst nach 100 Jahren immer noch arm sind. Wer, wenn nicht die Deutschen, kann diese Fehlentwicklung umkehren? Die Ungerechtigkeiten in der Welt sind zu komplex und zu zahlreich, als dass wir sie den untergebildeten Menschen vor Ort überlassen können. Deutschland muss alles geben, um den Endsieg über das Leid der Welt herbeizuführen. Erst dann haben die Deutschen ihre historische (Selbst-)Aufgabe erfüllt und können mit einem guten Gefühl in der Weltgeschichte aufgehen.